flatz 2002

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Hable-Festspiele im Flatzertal

Jetzt hat es heute schon die ersten Schneeflocken in Flatz gegeben, und die Hügel rund um den schönen Disc-Golfparcours sind schon ein bissl angezuckert, also muss man sagen: Wetterglück!

Aber das interessiert wahrscheinlich jetzt eh keinen mehr, weil seit Sonntag alle nur von diesem Kriminalfinale sprechen, wo es ein Gerangel um die Führung gegeben hat, dass du sagst: Flatzer Modus nix dagegen. Du musst dir das vorstellen: Da sind nach zwei Tagen 61 Holes gespielt, und Hable 1 führt mit 187 Würfen vor Hable 2 mit 188! Das ist ein Unterschied, den kann man in Prozenten gar nicht mehr ausdrücken, da brauchst du schon einen Alkomaten dazu.
Und dann müssen 5 Finalholes dafür herhalten, eine Entscheidung zu erzwingen, weil ganz oben am Stockerl gibt's nur einen Stehplatz, das ist ein ungeschriebenes Gesetz. Da muss ich aber jetzt wirklich aufpassen, dass ich auf die anderen Finalisten nicht vergesse, weil das Feld war ganz schön dicht gedrängt, und durchaus auf hohem Niveau, da hats nicht einmal der Mossi Mooshammer geschafft, bis ins Finale vorzudringen, und der Wolfi Pachler hat auch gleich die Rechnung dafür präsentiert bekommen, dass er sich am Sonntagnachmittag ein paar Schnitzer geleistet hat.
Besonders erfreulich, dass es hier einige Namen zu erwähnen gilt, die nach der Flatzer Challenge 2002 zur österreichischen Spitzenklasse zu zählen sind: Der Emu Mairinger, der sich kontinuierlich gesteigert hat und auf einen respektablen Score zurückblicken darf, der Guttl Gutternigg, der dem Mossi ganz schön auf die Fersen gestiegen ist, und der Mike Kalcher, der sich am Sonntag Vormittag in eine derartige Angriffsraserei hineingesteigert hat, dass es ihm die Bandln vom Sprunggelenk gerissen hat. Und dann natürlich der Gerald Hehenberger und der Bernd Wender, aber da sind wir schon wieder beim Finale: Vor dem ersten Hole führt also Hable 1 mit +4 vor Hable 2 (+5), Bernd Wender (+7), Norbert Eder (+9) und Gerald Hehenberger (+10).

Und los gehtīs: Hole No. 1: Hable 1 eröffnet mit seiner MaXL, indem er sie kurz auf den Fairway schickt und dann geschickt durch mehrere Buschreihen laviert, um den Flug inmitten einer Brombeerstaude enden zu lassen. Dies erweckt sofort den Ehrgeiz von Hable 2, der einen schönen 3er macht und damit gleich die Führung kriegt, weil aus der Brombeerstaude heraus hat Hable 1 dann noch 4 Würfe gebraucht.

Hole No. 2: Hier zeigt sich der Ehrgeiz des Hable 2 von seiner schlechten Seite, weil er ihn dazu verleitet, derartig anzureissen, dass sie nur eine müde Rechtskurve kratzt und dann nach viel zu kurzem Flug am Erdboden verendet. Das riecht gleich nach einem 5er, und der wirdīs dann auch, und Hable 1 spielt 4, da hast duīs schon: Unentschieden! Dem Norbert läufts bei diesem Hole ganz schlecht, der semmelt auch gleich in den Erdboden, und zusätzlich puttet er dann am Hügel noch einige Male hin und her, das gibt 6 Punkte dazu, und Simsalabim - da steht schon der Gerald Hehenberger in seiner Grillschürze da, liegt ex aequo und blinkt wie wild geworden auf der Überholspur.

Hole No. 3: Vom Hügel rauf auf den krummen Baum, das einzige Hole im Finale, bei dem man realistischerweise mit einem 3er rechnen durfte, alle anderen waren so lang, dass du sagst: Hawedere! Da hat dann der Hable 2 gezeigt, was so in ihm steckt, Angriff aus 40 Metern, und patsch, saugt der Baum die Magnet an sich, dass du glaubst: Eisenbaum. Dann noch 1a-Jubelgeste, da hat man sich im Publikum dann schon gefragt, wer soll den noch aufhalten.

Aber Hole No. 4: Da hat den Hable 2 wieder sein Überehrgeiz gepackt, und statt einer langgezogenen Linkskurve ist es dann eher eine nach rechts geworden, zwar langgezogen, aber Staudenrauscher. Mehr als ein 5er war nach diesem Valkyrienritt nicht drinnen, das kann dir jeder bestätigen, der dabei war. Und typisch: Gleich legt der Hable 1 einen derart kontrollierten Wurf hin, dass man die Nervenstärke förmlich wie ein Blaulicht auf der MaXL wahrnehmen hat können. Und dann gleich einen 100m-Approach, das ist auch nicht so leicht, nervenstark geputtet und die Führung vor dem letzten Hole im Sack, das musst du erst einmal nachmachen. In seinem Fahrwasser hat der Norbert auch gleich einen 3er gespielt, da war er dann alleiniger Vierter und auf einmal nur noch einen Punkt hinter dem Bernd Wender, aber auch der Gertschi noch dabei, da gingīs jetzt voll um den dritten Platz.

Aber Hole No. 5: Der Max hat vorgelegt, aber das hat einige Zeit gedauert, weil die Scheibe so lange in der Luft war, dass sie alle möglichen Kurven beschrieben hat, dann hinter einer Wolke verschwunden, an einer anderen Stelle des Himmels wieder aufgetaucht und schließlich in kaltschnäuziger Manier in Richtung Zielbaum abgeschmiert ist, da haben sich alle gleichzeitig gedacht: Eigentlich unglaublich, was so ein Frisbee für ein schönes Plastikspielzeug ist, da sind Barbiepuppen ein Scheißdreck dagegen. Dann hat der Norbert geworfen, und noch unglaublicher: Die Reisebeschreibung passt auch auf seinen Wurf, nur ist er dann auf Birdiechance gelegen, ausgeputtet und dritter Platz, das war hochverdient, noch dazu hat sich der Bernd nicht ärgern müssen, weil er dank seiner Ausgeglichenheit und seines Mutterwitzes ebenfalls Dritter wurde, quasi Gleichstand. Da hat der Gerald dann natürlich nicht mehr mithalten können, aber er hat uns schon gezeigt, dass wir ab jetzt mit ihm rechnen müssen, weil auch er ist ein Typ, der recht gerne gewinnt und dem kein Trick zu dreckig ist. Jetzt war der Franz dran, aber leider Gottes in denkbar schlechter Verfassung: Da hat er sich ja praktisch schon als Sieger gesehen, aber dann das Missgeschick beim vierten Hole und noch dazu das Vertrauen in den ersten Wurf verloren und das Wissen um die unglaubliche Siegesserie des Max in den internen Bruderduellen, das knabbert schon an der Motivation, da kannst du sagen, was du willst. Genauso war dann auch der Pull, richtig feig und viel zu kurz, und schon von oben hat man gesehen: Der Approach, der ist weit, und bergab geht's dazu, das stinkt nach einem Vierer. Dann hat der Max zuerst approacht aber nicht so gut, wie mans von ihm gewohnt ist, und auch seine Arbeit hat zu stinken angefangen, weil schon zu sehen war, dass das ein 8-Meter-Putt wird, und bergab noch dazu. Da ist der Franz dann gleich wieder dings geworden und hat sich für den Approach konzentriert, dass ihm der Schädel zu brummen angefangen hat und die Ohren zu sausen, und die Augen hat er so eng zusammengekniffen, dass du schon geglaubt hast, da steht der leibhaftige Bernd Wender mit seinem Schlangenblick. Die Scheibe ist dann auch dementsprechend geflogen und hat dem Franz eine gute Puttchance eröffnet. Und wirklich ist dem Max sein langer Putt nicht gelungen, und Extrapech dazu, fängt die Scheibe auch noch zu rollen an, und der Putt bergauf wieder knapp daneben. Das hat sich natürlich jetzt der Franz nicht mehr entgehen lassen wollen, Brummschädel hin oder her, das gleiche Ritual noch einmal, Putt und Treffer, dass die Rinde gleich in riesigen Fontänen vom Mostbirnbaum gespritzt ist, da hatīs dann gar kein Halten mehr gegeben.

Der Max hat sich allerdings mit der Krone des Austrotour-Siegers trösten dürfen, Zweiter wurde Hable 2, da stimmt der Zweier also noch, Dritter der Mossi.

Darüber hinaus hat es noch zahlreiche andere spannende Vergleiche gegeben, die sind bitte aus den Ergebnislisten zu entnehmen, die auf der Frisbeeverband-Website veröffentlicht sind. Bis zum nächsten Mal, eure HaHaHable-Brüder


P.S.: Lost and Found:

- Daniel Frühwirt: 1 moosgrüner Sweater, 1 Frauenhandtasche, 1 unbezahlte Organstrafverfügung wegen Falschparkens, 1 Kinderwindel, 1 Unterhose mit Schlangenmusteraufdruck, 1 illegal gebrannte CD ("il numero uno"), 1 CD-Hülle ("Rolling Stones")

- Fritz Wallisch-Pertl: Hat seine gesamte Golf-Ausrüstung stehen lassen, stattdessen aber 1 Paar Wanderschuhe Marke "Northland", Größe 41, eingepackt. Bei Interesse bitte: Tel. 01/ 313 20 12 13

- Weiters: 1 türkisfarbenes Halstuch, 3 Paar Socken und 2 Baseball-Kappen der Marken "M" und "Besamungsstation", 1 Toilettetasche mit Zahnputzzeug und Heilsalben (Mamelin und Eucellin)

Dem Daniel bring ichs nach St. Pölten, dem Friedl nach Wien, für die anderen Sachen bitte ich um vorherige Kontaktaufnahme zwecks Verhandlung der Übergabemodalitäten.

Franz



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